Scharlach

 

Scharlach ist auch heute noch eine folgenschwere Erkrankung. Aus einem nicht ordentlich behandelten oder übergangenen Scharlach kann das Rheumatische Fieber entstehen, mit teils schweren Entzündungen von Gelenken, Niere oder Herz.

Deshalb sind eine ganz regelmäßige Gabe des Antibiotikums und nachfolgende Kontrollen von größter Bedeutung.

Die ersten 3 Tage nach Therapiebeginn ist man hochansteckend, dann ist wieder Kontakt mit Personen möglich. Ich empfehle aber insgesamt eine Woche von Schule oder Kindergarten zu Hause zu bleiben.

 

In den Tagen nach Ende der antibiotischen Therapie erfolgt in meiner Ordination eine Rachenabstrichkontrolle, um nachzuweisen, dass auch wirklich alle Keime abgetötet wurden.

Dafür einfach während der Ordinationszeit ohne Termin kommen.

 

Ungefähr 6-8- Wochen nach der Erkrankung werden Harn und Herz untersucht, um Folgeschäden auszuschließen.

Bitte dafür rechtzeitig (6 Wochen vorher) einen Termin vereinbaren.

 

Sollten andere nahestehenden Personen Halsweh oder Krankheitsgefühl verspüren, bitte einen Scharlach-Rachenabstrich-Schnelltest veranlassen (Kosten in meiner Ordination 10 Euro - oder mit Überweisung im Labor kostenlos; Erwachsene können dies ebenfalls in meiner Ordination tun)

Es gibt auch die Möglichkeit nahestehende Personen für 3 Tage mit einem Antibiotikum abzudecken, sodass sie vor Ansteckung geschützt sind. 

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine Infektionskrankheit mit bestimmten Bakterien, so genannten Streptokokken. Da mehrere Streptokokken-Arten Scharlach verursachen können, ist es möglich, mehrmals an Scharlach zu erkranken. Die Krankheit befällt in erster Linie Kinder, sie kann jedoch Menschen jeden Alters treffen. 
Charakteristisch ist ein samtartiger Hautausschlag, der in Verbindung mit einer Halsentzündung auftritt.

 

Wie wird Scharlach übertragen?

Die Streptokokken werden durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten und Sprechen, in seltenen Fällen auch durch Schmierinfektion, übertragen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegen nur zwei bis vier Tage. Am häufigsten sind Vorschul- und Schulkinder während der Wintermonate betroffen. Wird das kranke Kind mit Antibiotika behandelt, besteht schon zwei Tage nach der ersten Einnahme keine Infektionsgefahr mehr. Ohne Behandlung mit Antibiotika können sich andere Kinder oder Erwachsene drei bis vier Wochen nach den ersten Krankheitszeichen immer noch anstecken.

 

Was sind die Anzeichen für Scharlach?

Erste Symptome sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und schnell steigendes Fieber. 

Weiters treten roter Rachen und Schleimhautschwellung, gelb-weiße Eiterpunkte auf den Mandeln sowie übler Mundgeruch auf. 

Die Lymphknoten am Hals schwellen stark an, grippale Symptome mit Schnupfen und Ohrenentzündung können hinzukommen. 

Die Zunge ist weiß belegt, ab dem dritten oder vierten Krankheitstag rötet sie sich himbeerfarben (Himbeerzunge), und die Zungenbläschen schwellen an. 

Der Ausschlag ist zwei bis drei Tage nach den ersten Krankheitszeichen sichtbar. Er beginnt mit kleinen Rötungen in den Beugefalten der Achsel und in der Leistenregion. Mit der Zeit breitet er sich über den ganzen Körper aus. Der Bereich um den Mund wirkt auffallend blass, da die Wangen stark gerötet sind. Der Ausschlag kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Ursache des Ausschlags sind bestimmte Giftstoffe (so genannte Toxine), die die Bakterien produzieren. Nach drei bis fünf Tagen verschwindet der Ausschlag. Ein bis drei Wochen später schält sich die Haut, vor allem an Händen und Füßen. Die kleieförmige Schuppung kann bis zu acht Wochen dauern.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Ein Kind, das nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde, kann zwei bis drei Wochen nach der Krankheit schwere Erkrankungen von Herz, Nieren oder Gelenken entwickeln, die zu lebenslangen Dauerschäden führen können.